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Natalia Prischepenko Zurück
Natalia Prischepenko, 1973 in Sibirien geboren, wuchs im geistigen Klima des hochentwickelten musikalischen und kulturellen Lebens der damaligen Sowjetunion heran. Ihre musikalische Ausbildung lag in den Händen ihrer Mutter Tamara Prischepenko, damals in der Sowjetunion und heute in Berlin eine sehr gefragte Pädagogin; sie war – und ist es bis heute – ihre Lehrerin, Mentorin und Beraterin. 

Bevor sie 1988 nach Europa kam, war Natalia Prischepenko in den renommiertesten Konzertsälen der UDSSR aufgetreten und hatte wichtige Preise wie den Internationalen Wieniawski-Wettbewerb und die All Union Competition gewonnen. Als sie nach Lübeck kam, um an der Musikhochschule bei Zachar Bron zu studieren, war sie bereits eine erfahrene und erfolgreiche Geigerin, eine Künstlerin mit Persönlichkeit und Selbstbewusstsein. Mit ihrem Können, ihrer Natürlichkeit, ihrer Musikalitat, ihrer brillanten Technik und Frische gewann sie in Europa sofort beträchtliches Ansehen und profilierte sich innerhalb von kaum drei Jahren als eine Spitzengeigerin, nicht zuletzt dank ihrer Erfolge bei drei der renommiertesten internationalen Wettbewerbe, dem Paganini-Wettbewerb 1990, dem Tokio-Wettbewerb 1992 und dem Reine-Elisabeth-Wettbewerb 1993. 

Achtzehn Jahre lang war Natalia Prischepenko Primgeigerin des Artemis-Quartetts. Mit ihrer Energie und ihrem unverwechselbaren Klang, der sein Markenzeichen wurde, hat sie das Quartett geprägt und zum Erfolg geführt. Mit der ihr eigenen mitreißenden Kraft trug sie sehr dazu bei, dass sich das Ensemble schnell einen Spitzenplatz im internationalen Musikleben sichern konnte, nachdem es den ersten Preis des ARD-Wettbewerbs 1996 und eineinhalb Jahre später den Premio Borciani gewonnen hatte. Seit seinem aufsehenerregenden Debut in der Berliner Philharmonie im Jahr 1999 hat das Quartett in allen bedeutenden Konzertsälen und bei den großen Festivals in Europa, den Vereinigten Staaten, Japan, Südamerika und Australien gespielt. Der Gewinn aus dieser musikalischen und künstlerischen Symbiose für Natalia Prischepenko ist das, was sie bei Walter Levin, dem Alban-Berg-Quartett, dem Juilliard-Quartett, dem Emerson-Quartett, Alfred Brendel und David Geringas gelernt hat, die Einsichten, die sie im persönlichen Kontakt mit Komponisten wie Kurtag, Lachenmann, Lutosławski, Nono und Ligeti und im Austausch mit Künstlern wie Sabine Meyer, Elisabeth Leonskaja, Juliane Banse, Jörg Widmann, Leif Ove Andsnes, Truls Mørk, Thomas Kakuska, Valentin Erben und dem Alban-Berg-Quartett gewonnen hat. Von diesem „Lebensprojekt“, wie Natalia Prischepenko es gerne nennt, dem sie sich in den Jahren 1994 bis 2012 gewidmet hat, bleibt eine umfangreiche Diskographie bei Virgin Classics/EMI, Einspielungen, die mit Preisen von hohem Prestigewert ausgezeichnet wurden: Gramophone Award, Diapason d’Or und Echo-Klassik. Als Krönung dieser Leistung erhielt die Einspielung sämtlicher Beethoven-Quartette die französische Auszeichnung eines Grand Prix de l’Academie Charles Cros. 

Eine der vielen Begabungen Natalia Prischepenkos ist die Pädagogik, und sie kann bereits von einem pädagogischen Vermächtnis sprechen: So ist das Armida-Quartett, eines der derzeit vielversprechendsten jungen Quartette und Preisträger des ARD-Wettbewerbs 2012, das Ergebnis ihres Engagements als Professorin an der Universität der Künste in Berlin. Sie betrachtet diese Arbeit auch als eine Möglichkeit des Lernens und der persönlichen Entwicklung. Zusammen mit ihrer Mutter hat sie sich der Aufgabe verschrieben, die Solisten von morgen nicht nur in der Tradition einer vielfach erprobten Violinschule auszubilden, sondern sich auch um die Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu bemühen. 
Natalia Prischepenko spielt eine Violine von Joseph Guarneri, die ihr freundlicherweise von Barbara Westphal zur Verfügung gestellt wird.
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